Der Detektiv ist vielen nur aus Film und Fernsehen bekannt. Vom Berufsbild Detektiv haben die meisten Menschen daher eine falsche Vorstellung, die einzigen Kenntnisse, die sie über diese Tätigkeit haben, beziehen sie aus den diversen Filmen. Wer kennt ihn nicht, den „Mann im Geheimdienst seiner Majestät“. Durch die diversen James-Bond-Streifen wurde der Beruf des Agenten – und damit auch des Detektivs – erst richtig populär.
Nicht nur Kinder, auch manche Erwachsenen, sind davon überzeugt, dass der Alltag eines Detektivs genau so spannend aussieht wie die Ermittlungen von James Bond. So ist es nicht weiter verwunderlich, dass schon Schulkinder als Berufswunsch neben Pilot und Feuerwehrmann häufig auch Detektiv angeben.
War es früher nur der „Tatort“, so geht heute auf fast jedem der unzähligen Sender ein Ermittler auf Verbrecherjagd und unterstützt die Polizei. Kommt diese bei ihren Ermittlungen nicht weiter, tritt dann der Detektiv als Retter auf, der den entscheidenden Hinweis herausfindet und dadurch hilft, den lange gesuchten Verbrecher endlich zu überführen. Dass die Detektivarbeit auch eine Anzahl unspektakulärer und mühsamer Kleinarbeit mit langwierigen Recherchen, Observierungen und Schriftverkehr beinhaltet, geht aus den actiongeladenen Streifen nicht hervor.
Hat ein Schulabgänger dann tatsächlich ernsthafte Absichten, den Beruf Detektiv zu ergreifen und ist dadurch gezwungen, sich mit dem genauen Berufsbild auseinander zu setzen, folgt nicht selten die große Enttäuschung. Da ist dann die Rede von Bestimmungen, Gesetzen und Schreibarbeit und nicht von wilden Verfolgungsjagden. Da geht es um stundenlanges Ausharren vor einem Gebäude, nur um an ein oder zwei Fotos zu gelangen. Ein Detektiv muss daher vor allem eine große Portion Geduld mitbringen.
