Vor allem Frauen kennen das Schuhproblem. Eigentlich kann man gar nicht genug davon im Schrank haben, selbst wenn sich zig Paare angesammelt haben, findet man immer wieder ein Kleidungsstück, zu welchem keines der Modelle passt, die zur Verfügung stehen. Nun kann man behelfsweise das am besten passende Paar tragen, oder noch schnell ins Schuhgeschäft eilen, um nach einem optimalen Paar Ausschau zu halten. Männer haben eine weitaus niedrigere Hemmschwelle, wenn es darum geht, zum Beispiel beigefarbene Schuhe zu einer schwarzen Hose und einem weißen Hemd zu tragen. Man kennt den klassischen Stilbruch der kurzen Hosen, die mit fast kniehohen Socken und Sandaletten in einem undefinierbaren Grau kombiniert werden, leider nur zu gut. Nicht viele Männer legen wirklich Wert darauf, attraktiv gekleidet zu sein, und nur zu gerne vertraut das starke Geschlecht hier auf die Frau an seiner Seite.
Für den Alltag ist Mann wie Frau meist gleichermaßen gerüstet. Ein Problem entsteht meist nur, wenn neue beziehungsweise auergewöhnliche Kleidung angeschafft werden muss. Besonders für die Abendgarderobe muss ja wirklich alles stimmen. Hier ist es mit einem neuen Kleid oder einem tollen Anzug alleine nicht abgetan. Die Frisur und die Accessoires, also beim Mann die Krawatte und der Schmuck, sowie bei der Frau die Handtasche, das Make-up und so weiter, müssen ebenso passen, wie die Schuhe. Will man sich einmal ganz außergewöhnlich mit einem Schottenrock präsentieren, sollte man diesen am besten anziehen und damit ins Schuhgeschäft gehen, denn zum einen sieht man selbst, wie die Kombination aus Kilt und Schuh aussieht, und zum anderen weiß die Verkäuferin oder der Verkäufer sicher Rat.
Wenn Frau sich zum Schuhkauf begibt, sieht dies anders aus, als wenn ein Mann aufbricht, um dies zu tun. Frauen lieben es, die Verkäuferin bis zur Weißglut zu reizen, mitgebrachte Geschwister, die beraten sollen, als inkompetent abzustempeln, und Paar um Paar anzuprobieren. Erst, wenn wirklich alle Modelle, die in der eigenen Größe im Laden auf Lager sind, anprobiert wurden, folgt Runde zwei. Dann wird die engere Wahl, also die dreißig schönsten Paare, nochmals vor dem Spiegel und quer durch den Laden Probe gelaufen. Die entnervte Verkäuferin beginnt aufzuräumen, was die Kundin mit dem Wunsch, das allererste Paar nochmals sehen zu wollen, strikt unterbindet. Am Ende war doch nicht das Richtige dabei, und die Kundin geht, ohne sich weitere Gedanken über die Überstunden zu machen, die die Verkäuferin leisten muss, um das Chaos im Laden wieder zu beseitigen. In allen Läden der Stadt folgt das gleiche Ritual, bis endlich das passende Paar Schuhe gefunden werden kann.
